Samstag, 31. August 2019

Wo war ich so lange und meine ehrliche und harte Meinung zur momentanen Blogger-Welt

Hallo meine Lieben,

lange ist es her, dass ich hier etwas gepostet habe. Der letzte Post ist tatsächlich schon ein halbes Jahr her (Februar 2019).
Das hat mehrere Gründe, über die ich heute mit euch reden möchte. Dieser Post war eigentlich auch schon vor langer Zeit geplant, aber ich bin einfach nicht dazu gekommen oder hatte ganz einfach keine Lust.


Wieso ich so lange weg war
Da gibt es ein tatsächlich erfreuliche Gründe und leider auch unerfreuliche.
Aber fangen wir mit den positiven Gründen an:
Mein Mann und ich haben im August geheiratet, da fielen ein paar Vorbereitungen für uns an uuuuund im Dezember werden wir Eltern! :)
Anfangs war die Übelkeit schuld an meiner Abwesenheit, anschließend die vielen Veränderungen im Leben. Man muss so vieles vorbereiten, lernen, planen, sich einlesen und ganz ehrlich ich bin sehr oft einfach nur müde und habe keine Lust zu tippen und fotografieren (auch aus anderen Gründen, die gleich folgen).
Irgendwo möchte ich und möchten wir die Schwangerschaft ja auch genießen :)


Kommen wir nun zu den weniger erfreulichen Gründen.
Ich habe momentan ehrlich gesagt die Nase voll von der Blogger- / Influencer-Welt.
Ich werde euch im folgenden auch etwas ausführlicher erklären warum und was für Erfahrungen ich gemacht habe! Auch wenn ich es mir mit dem/der ein oder anderen Kollegen/Kollegin/ Firma oder Agentur verspaße.

Das Bloggen war immer mein Hobby und ich habe das sehr, sehr gerne gemacht.
Leider hat sich die Blogger-Welt sehr verändert (wie ich persönlich finde).
Blogger.... das Wort nutzt ja kaum noch einer. Alle sind jetzt Influencer oder wollen es sein. Wenn man Kinder in der Schule fragt, was sie werden wollen, heißt es sofort "Influencer".
Viele meine Arbeitskollegen sagen gerne auch "Influenza" oder "Influenza ist doch eine Krankheit oder?". Blogger gibt es kaum noch, jeder nennt sich Influencer, jeder will direkt  durchstarten, dicke Kooperationen haben, alles Geschenkt bekommen und das große, einfache Geld verdienen. Die ganze Blogger-/Influencer-Welt ist ganz schön ins Negative gerutscht, finde ich. 
Influencer ist für mich definitiv ein Begriff mit einer negativen Bedeutung. Ich sehe mich auf jeden Fall weiter als Blogger, NICHT als Influencer, ich möchte auch keiner sein. Natürlich beeinflussen auch Blogger ihre Leser, dennoch sind Blogger und Influencer für mich 2 völlig unterschiedliche Begriffe und Berufe, deren Unterschied ich nur schwer in Worte fassen kann.

Was ich damit sagen will: Als ich mit meinem Blog angefangen habe, haben ihn noch viele Menschen gelesen. Firmen haben mich angeschrieben und / oder mir Produkte zum Testen und Berichten zugeschickt. Leser haben den Blog kommentiert. Aber seit spätestens diesem Jahr, eigentlich schon seit letztem Jahr, wurden die Leser weniger, die Kommentare schwachsinniger und die PR-Sample / Produkttests weniger. Der Kontakt zu den Firmen oder PR-Agenturen ist fast vollständig weg.
Warum? Ich denke, es hat ein riesen Wandel stattgefunden. Es werden keine Leute mehr gesucht, die Wahrheitsgemäß berichten wie sie Produkte finden. Lieber zahlen die Firmen ein paar Euro an "Influencer" und bekommen so ihre GARANTIERT positiven Feedbacks.
Natürlich nur die Influencer, die mehrere tausende Follower haben. DIe anderen sind uninteressant auch wenn sie vielleicht wesentlich aktivere Follower haben.
Ob die Follower gekauft sind oder nicht, das interessiert ja niemanden, das prüft ja nicht mal jemand.
Profile mit 30.000 Followern und mehr bekommen die dicksten PR-Pakete, bekommen Geld für ihre gelogenen positiven Feedbacks, haben aber weniger als 1000 Likes pro Bild oder weniger als 100 Kommentare pro Bild. Wo sind die anderen 29.000 Follower? Das nicht alle 30.000 jedes Foto liken oder kommentieren ist klar, aber in Relation gesehen, muss doch auffallen, dass was nicht stimmt? Interessiert aber anscheinend nicht.

Ich weiß, ich lehne mich sehr weit aus dem Fenster, wenn ich hier einfach von gekauften Followern und gelogenen Positiv-Feedbacks anderer "Kollegen und Kolleginnen" rede.
Aber ich bin ja auch in einigen Portalen angemeldet, in denen man sich für Kooperationen bewerben kann. Nunja, KONNTE. Mittlerweile muss man  ja zig tausend Follower haben um sich bewerben zu können. Also kann ich das Bewerben vergessen. (Außer ich kaufe mir Follower ;P)
In diesen Portalen gibt es immer wieder richtig (sorry) idiotische Voraussetzungen zu sehen.
Klar, zum einen zig tausend Follower auf Instagram oder Youtubehaben, ein Bericht mit mindestens X Wörtern und x Fotos, keine andere Marke darf sichtbar sein etc. (was ja alles ok ist), ABER eben auch so schöne Formulierungen wie etwa: "Sprich eine klare, deutliche Kaufempfehlung aus!", "Sprich nur POSTITV über das Produkt", "Erwähne mehrmals WIE GUT du Produkt X findest und es immer wieder nachkaufen würdest". 
(Ich gebe die Bedingungen Sinngemäß wieder, damit ich durch das exakte Wiedergeben keinen rechtlichen Ärger mit den Portalen bekomme.)
Ja und 3-4 Wochen später ist mein Instagram-Feed voll mit Influencern die ALLE das gleiche Produkt toootaaaal klasse finden und es immer wieder nachkaufen würden. 
Denn wenn sie sich nicht an die Bedingungen halten, bekommen sie eben nicht ihre 50-200€ überwiesen. (Das sind die meisten Standartbeträge, die ich so sehe in den Portalen, je nach Followeranzahl geht es natürlich auch schnell mal um viel mehr Geld).
Der ahnungslose Leser geht jetzt natürlich in den nächsten Laden und kauft das Zeug nach, schließlich ist sein Feed voll davon und jeder findet das Produkt toll, also MUSS es toll sein. Egal zu welchem Preis. Win-Win für "Influenza" und Firma/Agentur.

Das ist der auch der Grund, warum Influencer eine negative Bedeutung für mich hat und uns Bloggern das bloggen und die Möglichkeit von ehrlichen Kooperationen kaputt machen. Während die meisten Blogger die ich kenne ihre ehrliche Meinung berichten (auch hier gibt es natürlich schwarze Schafe), glaube ich einem Influencer nicht so leicht, dass er oder sie total begeistert von Produkt X ist, sondern Frage mich erst einmal, wie viel Geld da im Spiel war.

Übertrieben gesagt kann ich es so zusammenfassen:
Firmen zahlen anscheinend lieber ein paar Euro für ein garantiert positives Feedback, wollen nur noch mit Menschen mit riesiger "Reichweite" arbeiten, schauen gleichzeitig aber nicht nach, ob es 30.000 reale Menschen sehen oder 30.000 Fakeprofile. Influencer sind eiskalt und gierig nach gratis Produkten und leicht verdientem Geld.
Und die ehrlichen, kleinen Blogger schauen dumm aus der Wäsche, denn sie sind absolut unwichtig geworden in Zeiten von Instagram.

Wo wir bei Instagram sind, die wollen ja die Likes abschaffen, damit nicht mehr alles von Likes abhängig ist. Tja, das ändert ja nichts an den gekauften Followern, die Zahl der Follower steht ja  bei den Firmen und Agenturen ganz oben. Und wenn die Likes nicht mehr zählen, werden die Kommentare zählen (die man übrigens auch kaufen kann).

Und noch was zu Instagram: ist euch aufgefallen, wie krass bearbeitet die Fotos sind?
Ja ich nutze auch Filter, ja ich bearbeite auch mal Fotos. Aber Leute, ernsthaft. Schaut euch mal die Beauty-Influencer an (die verfolge ich  nun mal  noch! am meisten, werde aber auch hier aussortieren). Die sehen nicht mehr aus wie Menschen, sondern wie perfektionierte Puppen. Das Makeup ist immer tadellos, alles perfekt verblendet, die Haut hat gar keine Struktur mehr, es könnte auch einfach Plastik sein. JEDER Highlighter strahlt von hier bis nach China. Alle sehen gleich aus. 
Wo ist denn da das Talent? Die Individualität der Künstler? Und das schlimme ist, nur diese über-perfekten Fotos werden reposted und von den Firmen gepushed. 
Ich kann das alles gar nicht mehr sehen. Jedes 2. Bild im Feed sieht gleich aus.
Z.B. bei Nageldesign-Fotos erkenne ich IMMER, von wem das Foto ist, denn ich erkenne die Arbeitsweise und "Handschrift" der Naildesignerin wieder. Bei Makeup-Fotos habe ich nur ganz wenige Accounts im Feed, wo ich sofort die "Handschrift" erkennnen würde, denn das viele Bearbeiten macht die Fotos tot, unlebendig und unpersönlich. Ist nur meine Meinung, jeder sieht das anders.

Ich sag euch ganz ehrlich die momentane Lage ist echt widerlich und hat mich in den letzten Monaten total demotiviert.
Nicht, weil ich jeden Tag gratis Produkte bekommen möchte, ich habe ja auch viel über selbst gekauftes geschrieben (was einfach auch dazu gehört), sondern weil ich mich Frage:
WOFÜR setzt du dich stundenlang dahin machst Fotos und schreibst ausführliche Berichte???
Wenn die Leserzahlen sinken, die Kommentare wegbleiben oder reinste Schwachsinn sind?
Wofür zahlst du dann für eine eigene Domain? Die Firmen und Leser interessieren sich nur noch für Instagram und Influencer. Dazu kommen DSGVO und co. die uns das Leben schwer machen.  Aber das ist eh ein ganz anderes Thema, an dem man nichts ändern kann. Anders als an der aktuellen Influencer- und Fake-Follower-Situation. 
Kurz gesagt: es macht mir keinen Spaß mehr.


Aber auch wenn es momentan ein Tief gibt und das bloggen keinen Spaß macht, werde ich den Blog (erst einmal) behalten und wieder regelmäßiger bloggen. 
Und wenn wir gerade beim Thema Kommentare sind: die Kommentarfunktion werde ich in den nächsten Tagen abschalten, denn das Kommentieren von Blogbeiträgen ist scheinbar total out. Das einzige, was an Kommentaren rein kommt ist Spam, den ich löschen muss und versteckte Fremdverlinkungen zu seltsamen Shops und Pornoseite. 
Diesen Kommentar hatte  ich z.B. unter meinem Post zu der Neutrogena-Reihe:

"Ich stehe ja total auf neue Detox-Produkte. Ich nehme auch Glutathion von "Verstecketer Link" ein, um mich regelmäßig zu entgiften. Bin sehr gespannt, welchen Effekt diese Pflegeserie auf meine Haut haben wird. Danke für die Review! :)
Viele Grüße
Emely"

Danke Emely, aber behalte deine Spam-Verlinkungen doch bitte bei dir! :)


Um zum Thema zurück zu kommen: Ich behalten, wie gesagt, den Blog, die Kommentarfunktion wird aber wegfallen und auch Thematisch wird sich einiges ändern.

Ich werde kein reiner Beautyblog mehr sein, weder hier, noch auf Instagram. Es wird mehr ein Lifestyle / Familien Blog mit Themen zu Familie, Kinder, Beauty, Produkttests usw. Eben ein ganz normales Leben. Kein perfektes, gelogenes, verfälschtes Instagram-Leben. Keine übertrieben bearbeiteten Fotos. Einfach unser normales, echtes Leben mit unserer eigenen, FREIEN, UNGEKAUFTEN und EHRLICHEN Meinung! Dazu möchte ich auf Instagram auch privater werden und auch etwas ins "Storry-Vloggen" gehen, sprich euch in meinem Leben (ehrlich!) mitnehmen.

Wenn euch das interessiert, freue ich mich euch auf Instagram und hier begrüßen zu dürfen und oft von euch zu hören.

Ich hoffe ich konnte mich einigermaßen deutlich ausdrücken und verständlich machen, was mich an der Influencer- / Blogger-Welt so stört und warum es mich (und viele andere) so dermaßen nervt und demotiviert. Auch wenn der Beitrag relativ lang ist, könnt ich noch so viel sagen. So viele Erfahrungen berichten. Dabei ist es mir egal, ob ich es mir mit Portalen oder Firmen und Agenturen verspaße. Wichtiger ist mir, euch verständlich darstellen zu können, wie viel gelogene Meinungen im Netz, vor allem auf Insta und Youtube, unterwegs sind. Denn kaum einer will es sich durch ehrliche und vielleicht auch mal negative Meinungen  mit den Firmen verspaßen und von den PR-Listen fliegen. 

Natürlich sind nicht alle Influencer Fake und kaufbar, natürlich gibt es auch dort ehrliche, liebe, nette Ausnahmen. Und natürlich gibt es auch bei den Bloggern "schwarze Schafe" und nicht nur "arme Opfer". Aber ich musste es einfach irgendwie klar ausdrücken und einfach mal aus der Seele schreiben. Und natürlich sind auch nicht alle Firmen / Agenturen Follower-Geil sondern es gibt auch welche, die nach wie vor auch an Bloggern Interesse haben. Ihr wisst schon, ich habe jetzt alle in einen Sack gepackt, aber es sind definitiv nicht alle gleich ;)

Bis zum nächsten Post, der hoffentlich ganz bald kommt und auf einen tollen Neustart hier und auf Instagram! 

Liebe Grüße
Cristina






Kommentare

  1. Sehr schön geschrieben, du hast es gut auf den Punkt gebracht. Ich finde das Follower kaufen gehört sich verboten. Bei mir rührt sich auch auf Instagram und Facebook deutlich mehr als auf dem Blog. Mittlerweile macht mir Social Media, wahrscheinlich auch deshalb, mehr Spaß.

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    1. Dankeschön, ja das stimmt, social media macht mehr Spaß, wenn man die gekauften und gelogenen Accounts ignoriert :D :)

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